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Auf dieser Seite finden Sie unseren Blog des Kinderschutzbund Kreisverband Coburg e.V. Hier finden Sie Nachrichten/Informationen und Gedanken rund um die Lebenssituation von Kindern/Jugendlichen/Familien.

Achtung: Spass macht das Lesen mancher Beiträge nicht! Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden. Schreiben Sie uns eine E-Mail unter info@kinderschutzbund-coburg.de.

18.2.2024 Kinder und Jugendliche in digitale Welten

Im Grund genommen sind wir ja alle in digitale Welten unterwegs, nicht nur Kinder und Jugendliche. Nur fällt uns das bei den Kindern und Jugendlichen meistens mehr auf (im Sinne von "oh, das ist problematisch"). Auf der einen Seite ist es richtig, dass Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer kognitiven, motorischen und emotionalen Entwicklung eine Begleitung von social Media und Co benötigen auf der anderen Seite braucht es von den begleitenden Erwachsenen auch die kritische Betrachtung ihres eigenen Konsums von internetfähigen Geräten. Schließlich sind sie selbst ja auch Vorbilder. Der klassische Fernsehkonsum gibt es nicht mehr, jetzt heißt es ja Streaming. Wie oft hattest Du, liebe Leser:in des Blogs heute Dein Smartphone in der Hand? Wie oft hast Du Dein E-Mail Fach überprüft? Wie lange gespielt und was? Wir Erwachsene leben auch in den digitalen Welten und sind Vorbilder für unsere Kinder und Jugendlichen. Zudem ist es unsere Aufgabe als Verantwortliche Kinder und Jugendliche diskussiv zu begleiten, auf Augenhöhe in einem Aushandlungs- und Austauschprozess immer wieder einzusteigen: Thats is "Erziehung" obwohl ich das Wort"Begleitung" besser finde!

Am 13.2.2024 habe ich ein Online-Seminar besucht zum Thema "In digitale Welten gefangen? Medienabhängigkeit von Kindern und Jugendlichen im Fokus". Referent war Herr Prof. Dr. Daniel Hajok, den ich sehr empfehlen kann. Neben vielen Info`s und Details stelle ich hier nur ein paar Aspekte vor:

Die Frage bezüglich dem Verwenden von internetfähigen Geräten ist folgende: Ist es zuviel (also für die Sorgeberechtigten. Frage mal die Kinder/Jugendlichen. Die werden auf den Hinweis, es wäre zuviel gleich antworten: "Stimmt nicht" und/oder "alle meine Freund:innen machen das auch"....) oder ist es pathologisch? Kinder und Jugendliche (und auch sehr viele Erwachsene) reagieren empfindsam, wenn es heißt "Du bist süchtig!" Aus diesem Grund sollte der Begriff nicht verwendet werden.

Ein Rückzug in die digitale Welt ist besonders dann gegeben, wenn das Familienklima problematische Eltern-Kind-Beziehungen beinhaltet. Das scheint ein zentraler Risikofaktor zu sein. Medien (welche auch immer) zu nutzen hat auch was damit zu tun, ob das Kind oder der Jugendliche andere Alternativen in seinem Leben hat. Ist es in einer Peergroup, hat es Hobbies und Interessen, gibt es ein gemeinsames Familienleben oder gibt es eher ein Nebeneinander als ein Miteinander?

In einer Befragung von 12-17 jährigen kam u.a. heraus, dass die Befragten selbst mediale Abstinenzräume empfehlen. Dafür brauchen sie jedoch auch Begleitung durch uns, die Erwachsenen, die auf Augenhöhe klare Regeln in einem gemeinsamen Austausch finden im Sinne von Regeln auszuhandeln. Schwierig ist es jedoch, wenn es bereits seit geraumer Zeit keine Regeln gab und der Konsum (die Nutzung von internetfähigen Geräten, ob Smartphone, Tablet, PC) unbegrenzt war. Eltern und andere Begleiter:innen der Kinder und Jugendlichen begleiten sie diskussiv, sind also in einem ständigen Austausch und in einem Prozess des Aushandeln. Sie sollten sich zeigen lassen, mit was sich ihre Kids beschäftigen, sie ernstnehmen, nicht pauschalieren, Regeln einführen (z.B. Medienfreie Schlafzeit, beim gemeinsamen Essen kein internetfähiges Gerät, technisches Begrenzen, weil das auch die Grenzen sichtbar macht).

Prof. Dr. Hajok verweist auf Fachstellen/Infostellen im Internet, die sich mit der Onlinewelt und der Mediennutzung/Medienkonsum versus Medienabhängigkeit beschäftigen:

www.ins-netz-gehen.de Hier gibt es sogar ein Selbsttest (zur eigenen Mediennutzung), den Du selbst auch machen kannst mit Empfehlungen. www.klicksafe.de bietet auch viele Materialien an.

Die Nutzung von internetfähigen Geräten hat sich vom Alter vorverlagert. Für die Präventionsarbeit sollten wir die 7jährige bereits in den Fokus nehmen. Das ist unsere Verantwortung, also lasst uns Antworten finden!

Einige Eindrücke

Hier finden Sie Bilder, Videos und alles andere an Material, was unseren Blog betrifft.
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